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Der Gänseei-Äquator

Lindchen Gänseei

Am Niederrhein wird eine Delikatesse geschätzt, die im Rest der Republik kaum jemand kennt: das Gänseei. Und das schmeckt nicht nur zu Ostern.

Das Gebiet seiner größten Fans ist beschränkt auf den linken Niederrhein – begrenzt durch den Rhein im Osten, die niederländische Grenze im Norden und Westen, im Süden liegt der Gänseei-Äquator kurz vor Köln, erklärt Johannes Hesseling (3. Generation vom Lindchen) der jedes Jahr etwa 200.000 Eier verkauft. „Der Niederrheiner liebt sein Gänseei und bei uns bekommt er es.“

Johannes Hesseling mag das Ei am liebsten pur als Frühstücksei, wachsweich, etwa neun Minuten gekocht. „Es schmeckt pochiert auch hervorragend zum Spargel“, empfiehlt der Landwirt. Oder man schneidet ein hartgekochtes Ei (zwölf bis 13 Minuten) in Scheiben und drapiert es auf Spargelstangen. „Das ist wirklich ein Hingucker.“ Man kann auch ein Rührei zubereiten – gerne aromatisiert mit Curry, Ingwer und Knoblauch. Das Gänseei kann das vertragen, dank seines kräftigen Eigengeschmacks. Für Hesseling ist der „Dotter der absolute Burner“. So viele Niederrheiner könnten schließlich nicht irren. „Wer wie ich vom Vater immer das Ei-Köpfchen bekommen hat, der will darauf nicht mehr verzichten.“