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“Vom Feld auf den Teller”- Pressemeldung

Bernd Hesseling berichtet in der Rheinischen Post, was auch jetzt im Winter noch geerntet werden kann.

Wer sich im Winter regional ernähren möchte, kann monatelang nur Grünkohl essen? Weit gefehlt. Die heimischen Landwirte bieten auch in den Wintermonaten verschiedene Gemüsesorten und Salat an, sowohl frisch vom Feld als auch aus der Lagerung. Beim Obst vom Niederrhein müssen Verbraucher sich dagegen etwas einschränken und für mehr Auswahl auf den Frühsommer warten. Bernd Hesseling vom Bauernmarkt Lindchen in Uedem erklärt, welche Lebensmittel gerade Saison haben und gibt Tipps, wie Obst und Gemüse zubereitet werden können.

Eine breite Auswahl im Winter bieten die verschiedenen Kohlsorten, die gerade Saison haben. „Der Klassiker ist natürlich der Grünkohl. Beim Niederrheiner ist das schon ein Muss“, sagt Hesseling. Dabei komme das Gemüse inzwischen auch im modernen Gewand daher. Statt klassisch mit Kartoffel und Mettwurst serviert zu werden, lande Grünkohl auch häufiger in Smoothies oder in einer Lasagne. Grün- und auch Palmkohl seien reich an Vitamin C und könnten als Winterkohl auch bei den derzeitigen Temperaturen frisch vom Feld geerntet werden. Ähnlich verhalte es sich mit Rosenkohl, der bis Februar auf den Feldern stehe. „Der ist total winterhart, den können sie jeden Tag frisch aus dem Feld holen“, sagt Hesseling. Ebenfalls unempfindlich in Sachen Kälte sei Wirsing, der auch Frost vertrage. „Wir haben ihn mit Vlies abgedeckt und ernten den Wirsing frisch.“ Auch Rot- und Weißkohl könnten gerade aus regionalem Anbau gekauft werden. Sie werden aber meist als Lagerware angeboten, erklärt der Landwirt.

Saison haben laut Hesseling auch verschiedene Wurzelgemüse wie Pastinaken oder Möhren. Letztere würden derzeit sowohl noch frisch vom Feld geholt – dort sind die Beete zum Kälteschutz meist abgedeckt – als auch als Lagerware in Kühlräumen liegen. Ähnlich verhalte es sich mit Roter Bete, die bei Hesseling noch auf dem Feld sei, sich aber auch gut lagern ließe. Viel unempfindlicher seien dagegen Steckrüben, „ein Wintergemüse mit Renaissance“, wie Hesseling sie nennt. Frost könne ihnen nichts anhaben, sie stehen ebenfalls noch auf dem Feld. Wer jetzt zu Steckrüben greift, sei dabei auch im Trend: Die Rüben würden von immer mehr Menschen und sogar von der Edelgastronomie wiederentdeckt.

Genauso winterhart im Feld stehe derzeit Porree und auch Schwarzwurzel – „der Spargel des Winters“ – habe gerade Saison, erklärt Hessling. Bei den Salaten können die Kunden derzeit auf Feldsalat als den klassischen Wintersalat zurückgreifen. Der brauche wenig Licht, weshalb die dunkle Jahreszeit ideale Bedingungen schaffe, und könne sogar Frost vertragen.

Neben dem frischen Gemüse bieten Landwirte derzeit auch eingelagerte, regional angebaute Lebensmittel an. Prominentestes Beispiel dafür dürfte die Kartoffel sein, die im Herbst geerntet und dann über Monate eingelagert werden kann. Nach dem gleichen Prinzip seien Zwiebeln den ganzen Winter im Lager verfügbar. Auch Knollensellerie habe Hesseling noch eingelagert. Nicht ganz so robust, aber dennoch „total gut lagerfähig“ sei die Kürbissorte Hokkaido. „Der Kürbis hat in den letzten zehn Jahren eine Wiedergeburt erlebt und ist wahnsinnig beliebt. Gerade im Winter wird unheimlich viel Kürbis in verschiedenen Formen gegessen.“ Außer für herzhafte Gerichte biete sich der Kürbis auch als Backzutat für Süßspeisen an. Außerdem könnten die Kürbiskerne gut verarbeitet werden.

Anders als beim Gemüse müssen sich die Konsumenten beim regionalen Obst etwas einschränken. Hier können Bauern hauptsächlich eingelagerte Äpfel oder Birnen anbieten. „Der Apfel hat eine zentrale Bedeutung als Obst im Winter“, sagt Hesseling. Vom Bratapfel aus dem Ofen über Kompott bis hin zu Apfelsaft könne man das Obst dafür aber sehr vielseitig verarbeiten. Außerdem dürfte es den ganzen Winter über Nachschub geben: Nach der Ernte im Oktober könne man die Äpfel je nach Sorte bis März oder April, bei sehr guter Lagerung sogar bis Juli anbieten. Auch Birnen seien beliebt und ließen sich – wenn auch nicht ganz so einfach wie Äpfel – einige Zeit einlagern, sagt Hesseling.

Quelle: Rheinische Post